Flavorist BangJuice Stefan Duerr

Interview: Wie entsteht ein E-Zigaretten Aroma?

Hey, Stefan! Vielen Dank, dass Du dir die Zeit nimmst und die Fragen zu Deinem Job bei BangJuice beantwortest, de immer wieder an uns herangetragen werden. Denn viele unserer Kunden wissen nicht, wie ein Aroma kreiert und wie der Ablauf bei diesem Prozess ist. Starten wir alos mit der ersten Frage:

Wie lange braucht man um ein Aroma zu entwickeln?

Pauschal kann man das nicht wirklich in einen Zeitrahmen fassen. Am besten und bildlich gesprochen, kann man den Prozess mit dem von einem Maler vergleichen, der sich hinsetzt um ein Bild zu malen. Du sitzt vor einem leeren Blatt oder einer Leinwand, hast eine Vorstellung, eine Idee und dann musst du das Ganze mit Inhalt füllen.

Klar spielen Dinge wie Erfahrung, ein guter Geschmack und Geruchssinn eine große Rolle und können den Prozess beschleunigen aber eine Garantie dafür, dass all das dadurch perfekt oder schneller vonstatten geht, gibt es diesbezüglich nicht immer.

Was meine Person anbetrifft arbeite sehr gerne intuitiv, lasse mich oftmals von meinem Gefühl leiten und arbeite weniger technisch bei einer Rezeptentwicklung. Da brauche ich in der Regel viel Ruhe und klare Gedanken

Sobald eine Idee für ein neues Aroma entstanden ist, spielt sich in meinem Kopf fast nichts mehr anderes ab. Da gibt es auch gefühlt keine Freizeit, weil ich ständig damit beschäftigt bin, wie und in welcher Weise ich mit dem Profil anfange, was ich verbessern kann, welche Aromen passen könnten, usw., usw. Deswegen gehe ich auch gerne in diesen Zeiten an einem Wochenende ins Labor.

Ich mag das sehr, mich an einem Sonntagmorgen ins Office zu verziehen und den ganzen Tag mit meinen Aromen zu verbringen. Da bin ich extrem produktiv und kann mich austoben mit all dem was da in meinem Kopf vorgeht.

Und um ehrlich zu sein brauche ich auch genau das in Hochzeiten der Entwicklung, also das alleine mit mir sein. Denn bei aller Arbeitsromantik geht hierbei auch ein großer Teil Druck mit einher der nicht zu unterschätzen ist.

Klar habe ich ein tolles Team mit Dominik, Tomek, meinem Mitarbeiter Oliver und all meinen anderen Kollegen, die mich immer und zu jeder Zeit stützen würden. Aber mit dem Anspruch ein tolles Aroma oder Liquid entwickeln zu müssen, stehe ich erst einmal alleine da.

Da kann es schon zu Situationen kommen, in denen man am verzweifeln ist, wenn die Dinge nicht so klappen wie sie klappen sollten. In der Regel ist es aber so, dass ich mich mit dieser Art des Drucks nicht sonderlich lange auseinandersetzte. Wenn ich dies tun würde, dann hätte ich schon längst den Spaß an der ganzen Sache verloren. Der bessere Weg ist einfach der, nicht zuviel daran denken und an der kreativen Seite des Entwickelns Spaß haben. Außerdem habe ich, wie schon zuvor gesagt, tolle Kollegen an meiner Seite, die mich auch hin und wieder mal aus einem kreativen Loch ziehen müssen, was ich im übrigen nicht als selbstverständlich ansehe.

Flavorist BangJuice Stefan Duerr

Wie kommt man dazu Aromen für Liquids zu entwickeln? Hast Du das gelernt oder Dir beigebracht?

Wie viele andere auch, bin ich vor einigen Jahren von der Zigarette auf das Dampfen umgestiegen. Zu der damaligen Zeit war die Auswahl auf dem Liquid Markt leider äußerst beschränkt.

Da gab es Menthol, ein paar Fruchtsorten und Tabak zur Auswahl, aber das war es dann auch schon. Und da ich aus der Lebensmittelbranche komme, gerne kreativ arbeite, lag es einfach auf der Hand mich mit dem Thema DIY auseinanderzusetzten und mir meine eigenen Liquids herzustellen.

Wie viele andere auch aus der DIY Szene habe ich mir Aromen und das nötige Zubehör bestellt und einfach losgelegt. Das war eigentlich der Startschuss für alles.

Da ich mich mit aller Leidenschaft gerne in Dinge stürze die mich begeistern und ich mich darin extrem verbeißen kann, lag es vielleicht sogar auf der Hand dies irgendwann einmal als Beruf auszuüben. Und wenn ich so auf meinen Werdegang schaue, passt das ja eigentlich ganz gut.

Ich bin gelernter Weinküfer und habe im späteren Verlauf eine Ausbildung zum Sommelier abgeschlossen. Gerade was diese beiden Berufe anbetrifft profitiere ich heute ungemein davon. Speziell was das Thema Geschmack und Geruch anbetrifft. All das habe ich Ewigkeiten trainiert.

Nach zehn Jahren in meinen beiden alten Berufen habe ich ein Studium als Sozialpädagoge begonnen und nach dem Abschluss viele Jahre in der Schulsozialarbeit mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Irgendwie dachte ich auch dort meinen Platz gefunden zu haben, bis dann ziemlich plötzlich und unerwartet ich mich im Musikbusiness wiedergefunden habe.

Da eine meiner Leidenschaften schon von Kindheitstagen an das fotografieren war und immer noch ist, bin ich durch puren Zufall von Paul Weller, einem sehr bekannten Musiker aus England, entdeckt worden und habe fast zwölf Jahre als selbständiger Fotograf und Sleeve Designer für Plattenfirmen gearbeitet. Das war eine fantastische Zeit und ich hatte das Privilig mit vielen bekannten Musikern und Bands wie Oasis und später den Gallagher Brüdern, Amy Macdonald, Glen Hansard, Paul Weller und noch vielen anderen zu arbeiten.

Ich war mit Bands auf Tour in ganz Europa und dem Rest der Welt unterwegs. Diese Zeit habe ich unendlich genossen. Ich bin diesem Musikzirkus bis heute noch treu und habe noch viele Kontakte in der Szene allerdings in etwas anderer Form als das zu Hochzeiten der Fotografen Tage war.

Leider oder vielleicht auch zum Glück, habe ich mich dann aus privaten Gründen etwas aus dem Business zurückziehen müssen und habe wie es so oft schon der Fall war zufällig. Tomek und danach Dominik kennengelernt. Und dann - nun ja - nahm die Geschichte ihren Lauf.

Müssen Aromen wie z.B. Weine oder alkoholische Getränke auch reifen? Wenn ja wie lange?

Ja mit Sicherheit. Die Reifezeit ist einfach der Prozess, der deinem Mix erlaubt sich vollends zu entfalten, die Zeit hat um einen intensiveren und lebendigeren Geschmack zu entwickeln.

Die Zeit des Reifens hat viel mit den einzelnen Aromen zu tun die im Mix enthalten sind. Die einen reifen etwas schneller, die anderen brauchen etwas länger. Und da nicht jeder Mix gleich ist, würde ich generell eine Reifezeit von etwa zwei Wochen vorschlagen.

Genug Zeit für jeden Mix sein Potential entfalten zu können und zur Ruhe zu kommen. Natürlich ist ein Mix sofort dampfbar, aber wie schon zuvor erwähnt bringt ein wenig Geduld ein noch schöneres Geschmackserlebnis.

 

Was ist Dein persönliches Lieblingsliquid, welches Du selber kreiert hast?

Das ist eine extrem schwere Frage. Ich könnte es mir einfach machen und z.B. Tropenhazard herauspicken aber um ehrlich zu sein, mag ich sie alle.

Viele stehen oftmals für ihre Zeit, in der sie entstanden sind und ich verbinde ganz viel damit. Bei uns ist es so, dass wir noch nie und ich hoffe es wird auch niemals dazu kommen irgendein Liquid oder Aroma vom Reisbrett heraus entwickelt haben. Jedes einzelne Aroma hat auch seine eigene Geschichte im Bangjuce Universum.

Das mag sich vielleicht albern anhören, aber so ist es, jedenfalls für mich, tatsächlich. Radioactea zum Beispiel war eine extrem schwierige Geburt. Ich kann mich noch daran erinnern wie ich zusammen mit Dominik nächtelang an der finalen Version gefeilt habe. Das war wirklich zum Haare raufen und wir waren mit unseren Nerven oftmals am Ende.

Aber auf der anderen Seite haben wir in den Radioactea Tagen lange zusammengesessen, was zusammen getrunken, gemeinsam gegessen, Pläne geschmiedet, die WE wie ein altes Ehepaar verbracht und uns dadurch besser kennengelernt was letzten Endes in meinen Augen einen großen Bestandteil von Bangjuice ausmacht. Was ich meine ist dieser unabdingbare Zusammenhalt auch in Zeiten, in denen es Probleme oder schwierige Zeiten gibt. Und so gibt es eigentlich zu jedem unserer Liquids eine kleine eigene Geschichte und das verbindet uns irgendwie alle. Von daher sind das alles unsere Babys, die zusammen mit uns groß geworden sind.

 

Woran erkenne ich ein gutes Liquid? Gibt es Qualitätsunterschiede?

Ganz allgemein gesehen und was das eigene Geschmacksempfinden anbetrifft, gibt es nicht wirklich ein gutes oder schlechtes Liquid. Hört sich vielleicht komisch an ist aber so. Problem ist hierbei wirklich der ganz eigene subjektive Geschmack.

Was mir schmeckt muss Dir nicht unbedingt schmecken. Ich mag Vanille und der andere mag sie nicht, ich mag Blumenkohl und andere finden ihn widerlich, ich mag Comics und andere halten sie für Schund.

Wir reden hier über Geschmack und das spielt es keine Rolle ob das nun mit Dampfen, Kunst oder Essen zu tun hat. Ich kann das nicht in ein Korsett stecken und anderen vorschreiben was und wie sie es zu schmecken haben.

Von daher ist diese Diskussion in keinster Weise, jedenfalls für mich, relevant oder ausschlaggebend. Ich kann immer wieder nur versuchen mein Bestes zu geben, die Goldene Mitte zu treffen und den größtmöglichen Schnittpunkt zu finden welcher dann und hoffentlich den Geschmack vieler Dampfer trifft.

Und auch dann gibt es noch unzählige Faktoren warum es dem einen Dampfer schmeckt und dem anderen nicht. Angefangen von der Wicklung, mit wieviel Leistung ich an die Sache rangehe, nutze ich einen Tank, einen Tröpfler, dampfe ich lieber MTL oder DL - die Liste ist einfach endlos und man könnte stundenlang darüber reden.

Allerdings kann ich sagen, ob ein Liquid gut gemacht ist was für mich eine große Rolle spielt.  Ist es komplex oder einfach gehalten (was nicht unbedingt eine Aussage haben muss), steckt Liebe im Detail, wie nahe kommt es an das Original wie zum Beispiel an einen Apfel, Apfelkuchen oder was auch immer ran.

Das sind für mich ausschlaggebende Dinge, danach kann ich beurteilen/bewerten und nicht ob mir persönlich was schmeckt oder nicht. Ich werde tagtäglich im Berufsleben damit konfrontiert Dinge zu probieren, zu entwickeln, die ich manchmal auch nicht wirklich mag. Und dann gehe ich ganz ohne Vorbehalte an die Sache, setze mich damit auseinander, taste mich ran, arbeite mich in das Thema ein und versuche eine gute Arbeit zu machen. Aber so halte ich das generell bei allen Dingen, die ich so in meinem Leben ausprobiere und angehe. Ich finde es ganz wichtig immer mal wieder aus seiner Comfort Zone rauszugehen und neue Dinge zu probieren.

Ja klar! Es gibt auf jeden Fall Qualitätsunterschiede.

Angefangen von den verwendeten Aromen, der Zusammenstellung der einzelnen Komponenten/Aromen im Liquid und natürlich dem finalen Produkt.

Letztendlich sollten die Auswahl und Qualität der einzelnen Aromen immer im Vordergrund stehen. Wenn ich mir zum Beispiel überlege ein Pfirsich Aroma zu entwickeln, dann sollte als erster Schritt immer die Suche nach dem richtigen Pfirsich sein. Und da haben wir unendlich viele auf dem Markt. Und genau die zu finden, die ich für mein Rezept benötige kann manchmal recht aufwendig und auch ziemlich zermürbend sein. Bevor ich nicht den Pfirsich habe, den ich mir vorstelle, würde ich niemals einen Kompromiss eingehen. Natürlich kann man all das auf dem Reisbrett entwickeln und sich nicht wirklich einen Kopf darüber machen, aber für mich ist dieser Prozess enorm wichtig, um letzten Endes ein gutes Produkt auf den Markt bringen zu können was sich dann auch in der Qualität widerspiegelt.

Welche E-Zigaretten benutzt du privat?

Privat nutze ich ausschließlich den Flash E Vapor mit einer Pipline Pro Box und abends dampfe ich mechanisch, zurzeit am liebsten die Purge Slime Piece mit dem Apocalypse.

Aber wenn ich mich auf ein Gerät oder eine Art des Dampfens festlegen müsste, würde ich mich immer wieder für das mechanische Dampfen entscheiden. Mag zwar sehr „oldschool“ sein, aber ich liebe das gesamte Prozedere.

Angefangen vom aussuchen des Mods, dem Tröpler, das Anbringen der Wicklung, ein besonderes Liquid dafür aussuchen, usw. Ich mag das ritualisierte sehr daran und all das zeigt mir immer wieder wie toll und genussvoll dampfen sein kann und eigentlich auch sein sollte. Leider vergisst man dies allzu oft, gerade wenn man in diesem Bereich arbeitet.

Was sind die Trends im Liquidbereich?

Ich glaube, aber vielleicht ist das auch nur ein Gefühl, dass sich der Trend in eine Richtung entwickeln könnte, wo sich das Geschmackserlebnis auf wenige Komponenten ausrichten wird.

Also weg von den Beerenmixen oder ähnlichen Mixen mit unendlich vielen Geschmackskomponenten in eine Richtung Liquids die viel klarer in ihrer Aussage sind wie z.B. Tropenhazard.

Ich finde wir sind an einem Punkt angelangt, wo sich Dinge unendlich oft wiederholen und ich es sehr begrüßen würde, wieder einen Schritt zurückzugehen und sich auf das wesentliche zu konzentrieren.

Ich will uns da im Übrigen gar nicht ausklammern. Auch wir haben einige dieser von mir angesprochenen Mixe im Programm. Mein Anspruch und das ist das was wir hier auch gerade tun ist, dass wir mit den nächsten Releases den Geschmack in eine viel klarere Linie bringen wollen.

Man soll einfach sofort schmecken was da drin ist und sich nicht erst Gedanken machen müssen was man da überhaupt dampft. Leider kann und darf ich nicht sagen, was es sein wird. Ich kann aber versprechen, dass es kein Cocktail Mix mit einer Kirsche obendrauf sein wird. Es wird sich auf zwei bis drei klare Komponenten reduzieren und soll einfach ein tolles Geschmackserlebnis bieten. Ich finde den Gedanken „Back To The Roots“ zu gehen zurzeit sehr spannend.

Gerade mit einem der beiden Neuen Aromen bin extrem zufrieden und stolz drauf. Das ist so klar in seiner Aussage, real und sofort erkennbar was es sein soll, dass ich damit wirklich glücklich bin.

 

Wie siehst Du die Zukunft der E-Zigarette?

Ich denke, dass wir im Moment an einem recht entscheidenden Punkt angelangt sind. Ausgelöst, durch die in vielen Belangen oftmals unseriös geführte Diskussion, über die Ereignisse die im letzten Jahr in den USA vorgekommen sind (Erkrankungen /Todesfälle durch dampfen von THC Produkten/Vitamin E Acetat), gepaart mit einer neuen Studie über die E Zigarette der Universität Mainz und immer wiederkehrenden Themen wie z.B. den Kinder und Jugendschutz.

All das hat unsere Branche Ende 2019 schon in eine kleine Krise geführt und es wird spannend sein, wohin der Weg in den nächsten Jahren gehen wird. Etwas sorgenvoll blicke ich in Richtung USA und mir gefällt in keinster Weise, wie sich die Situation dort in den letzten Monaten entwickelt hat.

Angefangen von strikten Verboten in einigen Bundestaaten, hohe Strafen bei Verkauf von Vape Produkten, etc. Die Liste erscheint mir gerade endlos und man weiß nicht wirklich wo man überhaupt hinschauen soll, da gerade ständig etwas am „brodeln“ ist.

Ab Februar 2020 wird dort z.B. nur noch der Verkauf von den Geschmäckern Tabak und Menthol/Minze erlaubt sein. Dies betrifft allerdings nur POD Systeme. Alle anderen Systeme sind von dem sogenannten Flavor Ban erstmal nicht betroffen.

Hinzu kommt die voraussichtliche PMTA (Premarket Tobacco Application) Registrierung, die im Mai 2020 greifen soll. Das bedeutet im Klartext, dass alle Vape Produkte, Liquids mit den dazugehörigen Nikotinstärken, usw. nur noch auf den Markt mit der PMTA auf den Markt dürfen.

Alle anderen Produkte sind danach illegal. Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass diese Registrierung unendlich teuer ist und sich das kaum ein Unternehmen leisten kann oder könnte. Und wir reden hier über Beträge, die in die Millionen gehen würden. Das sind Dimensionen die für kleinere Unternehmen, Liquid, Modhersteller, usw. nicht zu erbringen sind.

Wie soll dieser Markt in all seiner Vielfältigkeit dann noch existieren? All das würde im Untergrund verschwinden - die einzigen die diesen Kampf überleben würden, sind die Tabak Konzerne die natürlich in den Startlöchern stehen und denen, so behaupte ich mal, die PMTA nicht ganz ungelegen kommen würde. Drücken wir also mal die Daumen, dass sich das „Ärgernis“ PMTA noch etwas hinauszögert oder sich vielleicht eine hoffentlich andere Lösung ergeben wird.

Allerdings und das muss ich auch betonen, bin ich ein großer Verfechter von Regularien oder Standards Und ich finde, dass wir ohne diese, in eine ähnliche Situation hätten schlingern können, wie es in den USA geschehen ist.

Klar sind Regularien oder auch neu geschaffene Standards am Anfang immer etwas unbequem. Auf der anderen Seite bietet es uns aber auch den Schutz und auch den Rückhalt, den wir in unserer Branche brauchen.

Richte ich hingegen den Blick auf Deutschland gibt es gerade aufgrund der Ereignisse im letzten Jahr, ganz andere Dinge, die mir diesbezüglich ziemlich sauer aufstoßen. Und das ist, um das Kind mal beim Namen zu nennen, die zum Teil extrem unseriöse und von der Realität oftmals losgelöste Berichterstattung zum Thema E Zigarette.

Im November 2019 hatten wir eine Anfrage von RTL ob wir bereit wären, ein Interview zu der kurz davor erschienen Studie aus Mainz zu geben. Nach langer, wirklich reiflicher Überlegung und Rücksprache mit unserem Verband BFTG hatten wir letztendlich zugesagt

Das Interview dauere ungefähr zehn Minuten und sollte als eine Art Gegengewicht zu der Studie aus Mainz sein. Im finalen Beitrag wurden von den zehn Minuten Interview mit mir vielleicht fünfzehn Sekunden gesendet. Alles andere drehte sich nur um die Studie und die Aussage bezüglich der Schädlichkeit der E Zigarette.

Der Punkt, der mich hierbei ungemein ärgert, ist die Tatsache, dass wir keinerlei Möglichkeit hatten, bzw. sie uns genommen wurde eine gute und fundierte Aussage/Gegendarstellung zu der Sachlage zu machen. Schaut man sich diese Studie mal genauer an, fehlt hier z.B. der Vergleich zur normalen Zigarette.

Und das ist, um überhaupt einen Vergleich bezüglich „ist die E Zigarette mehr oder weniger schädlich als die Zigarette“ machen zu können unverzichtbar. Die E Zigarette ist gedacht als die ideale Option für Umsteiger oder als Alternative für Raucher. Wir reden hier nicht über ein gesundes Produkt, da brauchen wir uns doch nichts vorzumachen.

Allerdings ist die E Zigarette und das ist zum jetzigen Zeitpunkt unbestritten, die weitaus weniger schädliche Alternative zur Tabak Zigarette. Wir haben die wunderbare Public Health Studie aus England vorliegen die 2015 schon ermittelt hat, dass E-Zigaretten um 95 Prozent weniger schädlich sind als Zigaretten Wir haben hier ein Produkt, welches es mit und ohne Nikotin gibt. Viele Dampfer reduzieren ihren Nikotingehalt nach kurzer Zeit um ein Vielfaches was alleine schon eine ausgezeichnete Sache ist. Das allgemeinen Wohlbefindens steigert sich, die Kondition wird besser, der Raucherhusten verschwindet, kein Gestank mehr, keine Tausende Schadstoffe durch die Verbrennung.

Ungefähr 120.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums, das muss man sich mal vorstellen. In England wird die E-Zigarette von staatlicher Seite gefördert, mit dem Ergebnis, dass die Raucherquote stark gesenkt wurde. Genau das ist es was bei uns auch passieren sollte. Nur leider müssen wir uns in der Realität mit schlechter Presse, negativer Berichterstattung und unausgegorenen Studien auseinandersetzten. Das ist schon ziemlich ärgerlich, um es gelinde auszudrücken.

Wenn dann noch der Studienleiter der besagten Studie seine, in keinster Weise zusammenhängende Einschätzung zum Kinder- und Jugendschutz abgibt geht das Ganze in einen Bereich, der nicht wirklich der Realität entspricht.

Wir haben in Deutschland einen wirklich gut funktionierenden Kinder und Jugendschutz. Laut Drogen- und Suchtbericht dampfen nur etwa 1 % aller Jugendlichen in Deutschland, was ein Vielfaches weniger ist als das Rauchen von Zigaretten in derselben Altersklasse.

Wir sind uns als Hersteller wirklich sehr bewusst was dieses Thema anbetrifft und es gibt von unserer Seite darüber keinerlei Diskussion. Unsere Produkte sind für Erwachsene die Alternative zur Zigarette. Punkt!

Letztendlich ist es so oder es wäre wünschenswert, dass diese oben genannten Einschätzungen auch von den Medien beachtet werden sollten, damit hoffentlich eines Tages eine vernünftige Auseinandersetzung mit der Thematik stattfinden kann.

Abschließend und auch mit Ausblich auf das noch junge Jahr, würde ich mir sehr wünschen, dass wir als Hersteller, alle Dampfer, unsere Verbände, YouTuber oder alle die sich mit uns verbunden fühlen noch viel enger zusammenrücken und uns gemeinsam stärker positionieren……gerade was solche Themen anbetrifft.

 

Wie ist es bei BangJuice zu arbeiten?

Ich bin ja seit der Geburtsstunde mit dabei und habe die Entwicklung in den letzten Jahren hautnah mitbekommen.

Angefangen mit einer ganz kleinen Gruppe von Leuten die mit viel Herzblut die Marke Bangjuice ins Leben gerufen haben bis hin zu einem mittelständigen Unternehmen mit vielen Mitarbeitern.

Was uns allerdings bis heute auszeichnet ist die Tatsache, dass wir einfach etwas anders ticken und unsere Leichtigkeit und unseren Spaß nicht verloren haben. Schau dir alleine viele unserer Aktionen an. Dort werden alle Mitarbeiter eingebunden. Da muss dann auch mal einer aus der Produktion seinen Kopf für Bangjuice in Gefahr hinhalten.

Sind wir auf großen Messen wie der Hall Of Vape, sind fast alle Mitarbeiter am Start. Wir verbringen viel Zeit miteinander, gehen abends gemeinsam essen, gehen alle zusammen in einen Club oder in eine Bar. Und da sind alle mit dabei, ganz egal ob Leute von unserem Versand, der Produktion oder der Geschäftsführung. Das ist schon schön zu sehen was für ein eingeschworener Haufen das ist.

Und das ist etwas, was schon seit den Anfängen existiert und bis heute noch immer besteht. Klar ist vieles professioneller und strukturierter geworden. Was ja auch zwangsläufig bei einem mittelständigen Unternehmen sein muss. Wir müssen oft und das verlangen wir auch von all unseren Mitarbeitern richtig zupacken, oftmals auch Mehrarbeit leisten, Deadlines einhalten usw. was das Unternehmen aber großzügig und ganz egal in welcher Form zurückzahlt.

Ich habe hier bei uns noch nie erlebt, dass jemanden ein Wunsch oder sonstiges abgeschlagen wurde. Letztendlich macht all das die Seele dieses Unternehmens aus und ich bin überzeugt davon, dass sich das auch nicht ändern wird.

 

Wie unterscheidet sich das Unternehmen von anderen in diesem Bereich?

Um ehrlich zu sein, kann ich das gar nicht so beantworten. Da fehlen mir wirklich die Vergleiche. Natürlich kenne ich viele Unternehmen und habe auch dort einen Blick hinter die Kulissen werfen können. Aber ich kann da mit Sicherheit keine Aussage treffen, ob es dort nun schlechter oder besser ist als bei uns. Wäre auch total vermessen.

Zu vielen haben wir eine gute und enge Bindung, gerade zu dem Team von Flavorist/Vaporist. Auf diesem Weg viele liebe Grüße nach Berlin. Das sind wirklich tolle Leute zu denen wir mittlerweile auch mehr als eine berufliche Bindung haben. Ansonsten sehen wir Hersteller uns in der Regel auf Messen und obwohl eine gesunde Konkurrenz besteht, kommen wir alle gut miteinander aus und halten zusammen.

Das was uns vielleicht etwas von den anderen unterscheidet, mag die Tatsache sein, dass wir uns immer mal wieder in Bereichen wagen, die mit unserer Branche recht wenig zu tun haben, wie z.B. die Venus Aktion. Das mag uns zwar nicht immer Freunde bringen, aber das macht es ja auch extrem spannend, wenn man sich immer mal wieder über den Tellerrand wagt und neue Dinge versucht.

Und das werden wir auch mit Sicherheit beibehalten. Ein anderer Punkt, der uns zwar nicht wirklich von den anderen Unternehmen abhebt, mag die Tatsache sein, dass wir unsere Community gerne in viele Dinge versuchen mit einzubeziehen was wir in bestimmten Bereichen auch 2020 noch mehr ausbauen werden.

Mir persönlich ist diese Art der Community Nähe wichtig und ich versuche so gut wie es geht, wenn Fragen in meine Richtung kommen, diese immer zu beantworten. Auch wenn wir auf Messen unterwegs sind, versuche ich immer ein offenes Ohr zu haben. Fakt ist, dass wir ohne unsere Community niemals da wären wo wir jetzt sind. Und ich finde es unabdingbar all das in irgendeiner Form zurückzugeben.

 

Welche Aktion von BangJuice hat Dir am besten gefallen? (Venus etc.)

Ganz klar die Venus-Aktion der letzten beiden Jahre. Auch wenn schon wie zuvor erwähnt uns diese Aktion nicht nur Freunde gebracht hat. Was ich daran spannend finde ist die Tatsache, dass wir uns dort in einen ganz anderen Bereich getraut haben, der mit unserer Branche erstmal so gar nichts zu tun hat. Wir hatten ja auch keinerlei Ahnung was uns da erwartet.

Wir wussten nicht wie die Venus Szene auf uns reagieren würde als wir den Award für das „Innovativstes Produkt“ entgegengenommen haben. Aber genau das Gegenteil war der Fall, wir wurden sehr herzlich als Branchen-Außenseiter empfangen, haben Little Caprice und ihren Mann kennengelernt woraus sich ja dann auch die gemeinsame Kollaboration entwickelt hat.

Ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig das ist, hier und da mal wieder neue Dinge auszuprobieren und sich ohne Vorbehalte darauf einzulassen.

Ja, natürlich ist es die Erotik Branche, ja natürlich fühlen sich viele davon angegriffen und all das wissen wir ja auch. Wir machen uns doch auf jeden Fall Gedanken über solche Aktionen und sind uns oftmals nicht wirklich sicher wie manche Dinge ankommen. Aber letzten Endes wagen wir diesen Schritt und das ist auch super wichtig. Also, warum sollten wir uns nicht darauf einlassen?

Wir gehen an diese Dinge mit ganz viel Respekt ran, auch wenn das viele vielleicht nicht glauben mögen. Ich profitiere auch persönlich ganz stark davon. Klar ist vieles Business aber auf der anderen Seite lerne ich immer wieder neue Menschen kennen, in diesem Fall aus einer Branche, mit der ich in keinster Weise zuvor Kontakt hatte. Das ist es doch auch letztendlich worum es geht. Erfahrungen sammeln, neue Menschen kennen lernen, davon zu profitieren und sich auch mal was zu trauen. Und genau diese Dinge machen Bangjuice auch aus.

Von daher will ich von alledem wirklich nichts missen wollen und bin sehr gespannt was uns das neue Jahr so alles bringen wird.